georg georgi

1965 geboren – nicht in Absurdistan, dafür in Jena/Thüringen in der DDR, ein ehemaliger also. Aufgewachsen im Plattenbauviertel Neulobeda/Ost, habe ich nach verschiedenen abgebrochenen Versuchen einen weiteren eigenen Versuch gestartet: Ich zog aus der elterlichen Wohnung in meine erste WG.

Die Auseinandersetzung mit der Forderung meiner Eltern, doch etwas "Vernünftiges" zu machen, setzte sich fort und so habe ich eine Lehre als Werkzeugmacher trotz einigen Ärgers erfolgreich rumgekriegt. Zurück, und das wusste ich wenigstens am Ende, wollte ich nie wieder in diese Werkhallen des damaligen VEB Carl Zeiss Jena. Die Flucht nach vorn hieß erstmal in einer Frauenbrigade nähen lernen, am Ende Mechaniker für Campingmöbel zu sein.

Der Aufforderung, mich zum Wehrdienst zu melden, entzog ich mich durch Verweigerung und stellte Antrag auf Ausreise in den Westen. Ich verlor meine staatsbürgerlichen Rechte in der DDR, gewann Selbstvertrauen und war achtzehn.

Zeit, sich einem Eignungstest an einer staatlichen Ballettschule zu stellen. Man wollte den Versuch der Komprimierung einer 5 jährigen Ballettausbildung auf drei Jahre u. a. an mir ausprobieren. Somit war ich mit fast 19 und ohne jemals einen Spagat hinbekommen zu haben, an der staatlichen Fachschule für Tanz in Leipzig angenommen und sah einer Ausbildung als Tänzer entgegen. Ich wurde reintegriert, konnte nun Spagat und war nach drei Jahren staatlich geprüfter Bühnentänzer, der endlich gefunden hatte, was er machen wollte und doch beraubt der Illusion des Kinofilms "Fame – Der Weg zum Ruhm" war.

So ging ich als Tänzer nach Berlin, die Stadt, die mich schon immer angezogen hat. Es war kein traumhafter Einstieg, den ich hier als Tänzer am Tanzensemble der DDR hatte, aber zumindest bewahrte mich das vor einer erneuten Einberufung zur Armee.

Dann fiel die Mauer und ich war live als Spaziergänger dabei. Danach musste sich vieles erstmal für mich neu finden. Ich überbrückte diese Zeit mit Tänzerjobs u.a. in solchen, schon fast legendären, Samstagabendshows wie "Glück muss man haben", die als Auslaufmodell im sich auflösenden DDR-Fernsehen liefen. Dabei wurde mir klar, ich war wieder da, wo ich schon einmal war. Ich wusste wieder, was ich nicht mehr machen wollte.

So nahm ich eine Offerte an und war von jetzt auf gleich Booker in der neu gegründeten Agentur "Berlin Models". 5 Jahre Models, Models, Models und der inzwischen größte Modellwettbewerb "Das Gesicht..", für den ich von der Pressearbeit, über das Casting, bis hin zur Musik alles machte und so erstmals in Kontakt mit den Großen des Showbusiness kam. Es war ein neues Feld, auf dem ich mit anfangs wackeligen Beinen laufen lernte. Dann änderte sich das Konzept und die Umgangsformen, und ich wollte nur noch dort weg - am besten so weit wie möglich... nach Südafrika...???

Wie im Märchen stand da plötzlich der Mann mit der neuen Alternative und Geld vor mir. Seine Frau, ich und die Brüder Mut und Wahnsinn - so starteten wir im Juli 1995 den gemeinsamen Versuch einer ersten eigenen Firma. Die Agentur M4 Models, Movies, Management GmbH in Berlin. Zum Wahnsinn kam Grössenwahn, und ein Vierteljahr später entstand unsere zweite Firma, die M4 Models GmbH in Hamburg. So ging es munter weiter. Ein Jahr später gründeten wir mit einer weiteren Partnerin M4 Motion Pictures GmbH in Berlin. So machte ich meine ersten Erfahrungen als freier Unternehmer. Die Zeit verging, und meine Partner und ich hatten uns visionär auseinandergelebt. Es musste etwas Neues her.

So habe ich Anfang April 2000 die Firma M4 Management GmbH in Das Imperium Management GmbH umbenannt und in Berlin weiter gemacht.

Hinzu kam – und das ist überhaupt das Größte- seit Juli 2000 bin ich Vater einer kleinen Königin, die mir wie ein Schmetterling auf die Hand geflogen ist. So wächst das Imperium weiter und aus den Fehlern der Vergangenheit, baut sich der Fortschritt des Heute. Inzwischen hat mich ein zweites Wunder des Lebens beglückt und ein weiterer kleiner Erdling ist zu uns gestoßen, durch den ich weiter lernen kann, was es heißt , daß alles kommt und vergeht. Ich werde gelassener im Umgang mit den Dingen... das ist das schöne am Altern und eröffnet neue Horizonte und bringt mehr Lachen in mein Leben.